
Elemente des Reitunterrichts
Die Kinder werden individuell und nach ihrem Ausbildungsstand unterrichtet. Kinder, die etwa auf gleichem Niveau reiten, werden in die entsprechende Gruppe eingeteilt.
Grundlagen
Hier geht es um das gegenseitige Kennenlernen von Mensch und Pferd, Sicherheit, Vertrauensaufbau sowie Achtsamkeit, Rücksicht und Respekt dem Pferd gegenüber. Wir erlernen die wichtigsten Grundlagen wie das Pferd anzuhalftern, zu putzen, die Hufe zu reinigen, das Pferd korrekt zu führen, das Auf-/Absteigen zu üben, das erste Mal auf dem Pferd zu sitzen und zu fühlen, was das Pferd unter einem tut. Wir werden diese Grundlagen zuerst am oder auf dem Holzpferd „Elyon“ üben, um die Abläufe ruhig zu üben und mehrmals zu wiederholen. So gewinnt das Kind vertrauen in seine Fähigkeiten und kann gegenüber dem Pferd besser handeln.
Theorie
Sehr schlechtes Wetter wie Hagel, Gewitter oder Sturm eignet sich ideal, um ein wenig die theoretischen Kenntnisse des Kindes zu erweitern. Spielerisch erlernen wir die Begriffe rund um das Thema "Pferd", die Körpersprache, die Körperteile und die Bedürfnisse des Pferdes, die Fütterung von Raufutter, Mineralfutter etc., die Giftpflanzen, die Hufschlagfiguren, die verschiedenen Fellfarben sowie die Pferderassen und vieles mehr.
Bodenarbeit mit dem Pferd
In der Bodenarbeit geht es darum, das Pferd mit unserer Körpersprache am Seil zu bewegen und zu führen, die Hinterhand und die Vorhand zu verschieben, das Pferd rückwärts zu richten und wieder zu sich herzuholen. Wir werden zusammen mit dem Pferd Hindernisse überwinden. Die Körpersprache, die Position zum Pferd und die Seil- oder Gertenbewegungen werden zuerst trocken am Holzpferd „Elyon“ besprochen und erprobt.
Freie Kommunikation mit dem Pferd
In der freien Kommunikation mit dem Pferd lernen wir, das Pferd nur mit unserer Körpersprache zu bewegen und zu führen, die Hinterhand und die Vorhand zu verschieben, das Pferd rückwärts zu richten und wieder zu sich herzuholen. Wir werden zusammen mit dem Pferd Hindernisse überwinden. Das Pferd trägt dabei weder Zaumzeug noch Halfter und ist somit frei. Ebenso üben wir das freie Longieren, das heisst, zu lernen wie das Pferd auf Distanz langsamer oder schneller bewegt werden kann, ganz anhält, Rückwärts geht oder die Richtung ändert.
Sitzschulung an der Longe
Das Kind lernt in der Sitzschulung, sich nur auf seinen Sitz zu konzentrieren. Das Pferd trägt dabei einen Voltigiergurt und wird von der Reitlehrperson longiert oder geführt. Wir werden kleinere Übungen machen, um die Balance des Kindes zu schulen. Uns ist es wichtig, dass das Kind lernt, das Pferd mit Körpergewicht, Sitz- und Beinhilfen zu lenken. Das Kind lernt somit, später nicht nur mit Händen und Zügeln zu agieren, sondern mit dem ganzen Körper zu reiten. Angefangen wird im Schritttempo. Erst, wenn das Kind im Schritt richtig sitzen kann, wird das Tempo auf Trab und später auf Galopp gesteigert. Wer möchte, darf auch mit dem Ride-On-Pad oder ganz ohne Sattel reiten. Die Reithilfen können auch trocken auf dem Holzpferd „Elyon“ gefühlt, gezeigt und geübt werden.
Ausreiten gehen
Zusammen gehen wir in ruhigem Schritttempo spazieren. Dabei führt die Reitlehrperson oder ein Kind das Pferd und ein anderes Kind darf reiten. Dies ist eine willkommene Abwechslung zur Sitzschulung an der Longe, nicht nur für den Menschen, sondern auch für das Pferd. Während dem Spazieren kann das Kind, das führt, das Führen üben, das andere Kind übt den Reitersitz. Im Einzelunterricht wird das Pferd, auf welchem das Kind sitzt, von einem erfahrenen/er Reiter/in als Handpferd am Strick geführt. Somit kann je nach Reitniveau auch in schnelleren Gangarten geritten werden. Erlaubt es das Reitniveau kann ohne Führstrick geritten werden. Dabei werden die Reitschüler/innen durch die Reitlehrperson zu Fuss oder zu Pferd begleitet.
Reiten auf dem Platz
Das Kind lernt im Schritt das Pferd grösstenteils mithilfe seines Gewichts, Sitzes, seinen Beinen, Stimmkommandos und dann auch mit den Zügeln zu bewegen, anzuhalten, Rückwärts zu richten und zu lenken. Hierbei trägt das Pferd ein Zaumzeug. Das heisst, das Pferd wird nicht mehr geführt, sondern ist in gewisser Weise frei und wird vom Kind eigenständig bewegt. Das Ganze findet in einem umzäunten Roundpen oder Grasplatz statt. Das Augenmerk wird anfangs auf das Anhalten in jeder Situation und das Schritttempo gelegt. Später kommen auch Trab und Galopp sowie Hufschlagfiguren und Hindernisse hinzu.
Reiten mit Halsring
Reiten wie bei Ostwind. Welches Kind träumt nicht davon? Beim freien Reiten mit Halsring trägt das Pferd kein Zaumzeug mehr. Die Gewichts-, Sitz-, und Schenkelhilfen sowie das Anhalten in jeder Situation müssen vorher gut geübt werden! Das heisst, die Grundlagen sind unabdingbar. Das Kind lernt hierbei noch mehr, das Pferd nur mit den übrig gebliebenen Hilfen zu lenken und zu bewegen und dem Pferd völlig zu vertrauen.
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